Ortsverband Kehl

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Ein Rendezvous für Stadtbusse

Mit der Ankunft der Tram in Kehl wurde bereits viel über ein neues Nahverkehrskonzept diskutiert, mit mehreren Varianten für ein Rendezvous-System der Busse.  Vom Kehler Gemeinderat gab es hierzu mittlerweile einen Grundsatzbeschluss, der eine Rendezvous Haltestelle an der Endstation der Tram, seitlich neben dem Rathaus, vorsieht. Diese prinzipielle Entscheidung möchte ich nicht mehr in Frage stellen, auch wenn sie weiterhin auf Kritik stößt. Die konkrete Ausgestaltung des Rendezvous Punktes und den geplanten Liniennetzplan halte ich jedoch nicht für optimal. Insbesondere sehe ich die sehr hohe Kostenbelastung als großes Problem für die Stadt Kehl an. Deswegen möchte ich hier unter dem Motto "Gesplitteter Rendezvous" einen konkreten alternativen Liniennetzplan für die Kehler Kernstadt vorstellen, der einige Vorteile gegenüber der momentanen Lösung hat.

Einführung

Einen guten allgemeinen Überblick zum Thema Rendezvous-Systeme bietet dieser Wikipedia Artikel:
https://de.wikipedia.org/wiki/Stadtbus#Rendezvous-Systeme

Zentraler Vorteil sind direkte Anschlüsse innerhalb des Busverkehrs und zur Tram nach dem Taktknoten-Prinzip. Neben einigen prinzipiellen Nachteilen (hoher Platzbedarf, Beeinträchtigung von Normalverkehr) geht hieraus hervor, dass eine zentrale Voraussetzung von Rendezvous-Systemen für Kehl so nicht erfüllt ist:  Anschlüsse an den Regionalverkehr (S-Bahn) können gewährleistet werden.

Links zur besseren Orientierung:

Vorschlag für einen gesplitteten Rendezvous

 

Nur die Stadtbuslinien A (nach Sundheim) und B (von Leutesheim nach Niedereich) halten nach dem Taktknoten-Prinzip neben dem Rathaus. Da sie dort alle in dieselbe Richtung fahren, genügt hierfür eine einspurige Bushaltestelle mit 3 Plätzen, die nur wenig Platz benötigt. Alle Regionalbuslinien (Linien 106, 301, 403, 7136, 7146) halten an dem bestehenden Busbahnhof der Stadthalle, ebenfalls in dieselbe Fahrtrichtung. Für diese Buslinien gibt es kein Taktknoten-Prinzip, ein einfaches Umsteigen ist durch die direkte Nähe zur Haltestelle neben dem Rathaus trotzdem gewährleistet. Außerdem halten alle Regionalbuslinien auch am Kehler Bahnhof und bieten dort eine Umsteigemöglichkeit in die Ortenau S-Bahn. Außerhalb der Kehler Kernstadt gibt es keine Änderungen zur momentanen Planung.

Vorteile und Nachteile

Vorteile:

  • Geringere Umbaukosten
  • Weniger Platzbedarf im Rathaus Umfeld
  • Ein Bus-Stau am Rathaus ist ausgeschlossen.
  • Umsteigefreie Verbindung der Regionalbusse an den Kehler Bahnhof (zusätzlich für Linien 106, 7136 und 7146)
  • Einfachere Planung des Fahrplans für die Regionalbuslinien (Streckenführung nur geringfügig geändert, kein Taktknoten-Prinzip)
  • Einspuriger Busverkehr in der Grossherzog-Friedrich Straße und in der Bierkellerstrasse
  • Für die Grossherzog-Friedrich Straße bedeutet dies ENTWEDER Beibehaltung eines zweispurigen Autoverkehrs mit Entlastung der Oberländerstraße ODER mehr Platz z.B. für einen Fahrradweg
  • Mehr Flexibilität für spätere Änderungen des Busnetzes z.B. falls eine Reduzierung oder Zusammenlegung von Linien notwenig wird
  • Das Konzept ist für Fahrgäste leicht zu verstehen.

Nachteile:

  • Nur für Stadtbusse ist am Rathaus ein synchroner Takt gewährleistet.
  • Für eine Buslinie ist ein Umweg aus der Bierkellerstraße zur Stadthalle über Jahn-/Marktstraße unvermeidbar.  Diese Strecke sollte als Spielstraße (Schritttempo) ausgewiesen werden.

Fazit

Dieser Liniennetzplan sollte von der Kehler Stadtverwaltung ernsthaft geprüft werden. Noch ist genug Zeit für ein besseres Nahverkehrskonzept für Kehl!

 




 

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